Kapitel 5: Häufig zu sehende Fehler

auch für Kompaktkameras!

Kapitel 5: Häufig zu sehende Fehler

Beitragvon rst » So 4. Jul 2010, 08:55

Nach den eher grundsätzlichen und technischen Aspekten der Kapitel 1 - 4, steigen wir heute in die Bildkompositon ein - welch ein weites Feld! Die positiven künstlerischen Aspekte der Gestaltung finden endlich Berücksichtigung!

Da dies aber ein Einsteigerkurs ist, fangen wir ganz anders an. Bevor wir uns Wirkung und Ästhetik der Bildgestaltung widmen, beginnen wir mit der Verhinderung von Katastrophen. Klassische Fehler, die auch von engagierten Amateurfotografen immer wieder gemacht werden. Wenn ihr diese zu vermeiden lernt (nicht immer, aber oft), seid ihr ein großes Stück weiter.

Wir betrachten dazu einige fotografische Glanzleistungen:

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Dieses Bild wurde von einem rst aufgenommen, der alles vergessen hatte, was er in Jahren über Fotografie gelernt hat. Dafür lässt er sich hervorragend zitieren mit seiner Beurteilung eines Wettbewerbsbeitrages im Rahmen der Themenwettbewerbe. Es ging dort um ein Gänsebild mit einem ähnlichen Problem.

Zur Bildgestaltung: Die Freistellung durch geringe Schärfentiefe ist hervorragend gelungen (wenn sie denn geplant war). Aber die Komposition!! Die erinnert mich an die Schnappschüsse meiner Großeltern: Die Gesichter mittig, Füße abgeschnitten aber gaaaanz viel Himmel. Und wer um Gottes Willen fotografiert ein Gänseportait im Querformat? Das schreit doch nach Hochformat mit mehr Hals und weniger Himmel.


Man ersetze Gans durch Flamingo. Gut, die Freistellung und Belichtung sind beim Flamingobild auch nicht optimal. Und richtig scharf ist es auch nicht.

Ja, ja das Hochformat. Manchmal könnte man meinen, die Fotoamateure hätten Angst in Ihrer Kamera fiele etwas durcheinander, wenn sie um 90 Grad gedreht wird.

Wir merken uns: Wir entscheiden bewusst ob das Querformat (engl. Landscape) oder das Hochformat (engl. Portrait) für unsere Aufnahme das passende ist. Meinen wir, es sei das Hochformat, nehmen wir allen Mut zusammen und drehen die Kamera um 90 Grad.

Die unten gezeigten Bilder sind z.T. Scans von Papierabzügen aus dem Fotofundus meiner Familie. Da sie teilweise schon Jahrzehnte alt sind, ist die Bildqualität eher bescheiden, doch die Fehler, die die Fotografen bei der Aufnahme machten immer noch offensichtlich. Für uns ist hoffentlich schön zu sehen, wie privilegiert wir mit unseren heutigen Knipsen sind. Alle Bilder dieses Kapitels sind unbeschnitten!

Betrachten wir das nächste Bild zum gleichen Thema:


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Vom eigentlichen Grab ist wenig zu sehen - dafür unnötigerweise ein großer Teil des Nachbargrabsteins, der mit dem Motiv nichts zu tun hat. Auch hier wäre das Hochformat angebracht gewesen. Wie man am nächsten Bild sieht, ist das Hochformat für Gräber tatsächlich geeigneter.


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Grab und Grabstein sind drauf und sonst wenig störendes Umfeld. Gut? Natürlich nicht, denn erstens neigt sich der Grabstein nach rechts und zweitens fehlt sein oberes Ende. Dieses Abschneiden von Motivteilen ist ein hässlicher und in der EBV nicht korrigierbarer Fehler, der leider häufig vorkommt.


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Der Kleine im Vordergrund bin ich - aber wo ist mein rechter Fuß? Die rechte Hälfte meiner Großmutter ist auch nicht anwesend. Als letztes Bild zum Thema folgendes:


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Eine geradezu peinlich verunglückte Aufnahme: Alle drei Hauptpersonen unter dem Knie amputiert. Von hinten aufgenommen, dafür viel Wald über den Köpfen und weil das alles noch nicht reicht, störende Statisten am rechten und linken Bildrand. Das einzige, was an diesem Bild sehenswert ist, sind die Hüte.

Wir merken uns: Wir achten darauf, unser Motiv vollständig abzubilden.

Doch es geht auch anders herum:


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Ich kann versichern, hier sollte der Hund in seinem Korb fotografiert werden. Warum der Rest auf dem Bild ist, kann ich nicht sagen. Es könnte beispielsweise sein, dass das Zomm-Objektiv voll ausgefahren war oder eine Festbrennweite benutzt wurde und der Fotograf zu bequem war zwei bis drei Schritte auf das Motiv zuzugehen.

Wir merken uns: Wir gehen an das Motiv heran. Es nimmt einen wesentlichen Teil des Bildes ein.

Nebenbei bemerkt erhält man die eindrucksvollsten Haustierbilder auf Augenhöhe, nicht von oben.

[align=center]Bild[/align]
Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger aber doch reichlich primitiver Legenden. >>Albert Einstein 1954<<
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