4.2 - GAP - GIMP-Animations-Programm

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4.2 - GAP - GIMP-Animations-Programm

Beitragvon Peter » Fr 31. Dez 2010, 13:38

GAP ... Das Gimp animation program I

GAP ist eine erweiterung für Gimp. Dieses Programm erstellt Bewegungsabläufe auf Grund von einzelnen Frames (Ebenen). Diese Ebenen können dann z. B. als animierte Grafik (GIF) abgespeichert werden.

Da ich nur Windows installiert habe, werde ich auch nur die Installation für Windows beschreiben (auch wenn es fast nichts zu beschreiben gibt).

Installation

Ladet euch GAP hier herunter:
1. http://www.gimp.org/downloads/
oder auch hier:
2. http://photocomix-resources.deviantart. ... -135464357

Schließt Gimp und startet die GAP-Installation durch einen Doppelklick auf die heruntergeladene Datei (beim ersten Link müsst ihr die heruntergeladene Datei erst in ein beliebiges Verzeichnis entpacken). Folgt den Anweisungen des Installations-Assistenten und startet nach Abschluß der Installation euer Gimp.

Jetzt müsste in der Menüleiste von Gimp der Punkt "Video" vorhanden sein.

Bild

Und damit ist die Installation unter Windows bereits erledigt.

Das GAP-Hauptmenü

GAP ist ein sehr mächtiges Programm. Laßt euch bitte nicht von der Vielzahl der Möglichkeiten verwirren. Wir werden hauptsächlich mit drei Menüpunkten arbeiten. Wenn ihr auf "Video" im Gimp-Menü klickt, seht ihr alle Punkte des GAP-Hauptmenüs:

Bild

Die von uns benötigten Menüpunkte sind:
Duplicate Frames...

Dies ist der erste Menüpunkt von GAP, den wir benötigen werden. Hier erstellt GAP alle Frames (Ebenen) die benötigt werden auf Grundlage eines einzigen Hintergrundbildes.
Da das Schema zur Erstellung eines animierten Bildes immer gleich ist, werden wir feststellen, das man sich vor dem Anklicken dieses ersten benötigten Punktes schon einige Gedanken zu der Animation gemacht haben muss. Mehr dazu könnt ihr in "Animations-Planung" lesen.

Move Path...

Der Punkt "Move Path..." ist der wichtigste Teil, den wir in GAP brauchen (auch wenn es ohne die anderen nicht geht). In diesem Bereich werden alle Bewegungen festgelegt. Hier kann man einstellen, von wo bis wo sich etwas bewegt, vergrößert oder ausgeblendet wird, ob etwas verformt werden oder sich drehen soll. Und alle diese Bewegungen lassen sich kombinieren.

Wir werden uns also mit dem Punkt "Move Path..." in jedem Tutorial intensiv beschäftigen.

Frames to Image...

Dies ist der abschließende Menüpunkt, den wir in GAP brauchen. Wenn alle Bewegungen eingefügt sind, erstellen wir mit diesem Punkt das entgültige Gimp-Bild. Hier wird auch abschließend die "Abspiel-Geschwindigkeit" eingestellt (kann aber später noch verändert werden).

Das Ergebnis kann jetzt als animiertes Bild (GIF) abgespeichert werden und ist dann fertig für eine Veröffentlichung.
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GAP GIMP-Animations-Programm II

Beitragvon Peter » Fr 31. Dez 2010, 13:40

GAP ... Animationsplanung

Jetzt werden sich viele fragen: "Wozu soll das denn gut sein?" ... "Sowas brauch ich nicht!"

Jeder der solche Gedanken hat, sollte sich entweder davon verabschieden oder animierte Grafiken vergessen. Denn ohne Planung funktioniert selbst die einfachste Animation nicht.
Zugegeben, bei sehr einfachen Animationen plant man die in Gedanken und kann dann gleich an die Verwirklichung gehen. Das funktioniert aber nur bei sehr simplen Teilen.

Welche Sachen müssen bei der Erstellung einer Animation berücksichtigt werden:

1. Qualität der Animation (Anzeigezeit der einzelnen Frames)
2. Abspieldauer der Animation (Anzahl der Frames)
3. Dateigröße (Webtauglichkeit)
4. Bildgröße (Benutzerfreundlichkeit)

Das sind nur die Grundlegenden Gedanken, die man sich machen muss. Jeder einzelne Punkt hat Auswirkungen auf alle anderen Punkte. Reduziert man z. B. die Qualitätsansprüche (100 ms statt 40 ms je Frame), dann braucht man bei gleicher Abspieldauer weniger Frames. Damit wird die Webtauglichkeit erhöht (kleinere Dateigröße) und natürlich auch die Benutzerfreundlichkeit gesteigert (kürzer Ladezeit). Dafür hat man dann einen deutlich "ruckelnden" Ablauf der Animation.

Man sollte sich hier etwas Zeit nehmen und einen für seine Zwecke vernünftigen Kompromiss finden. Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Überlegung ist die Anzahl der benötigten Frames. Diese Zahl wird in GAP gleich beim ersten Schritt benötigt.

Als nächstes muss man Überlegen, welche einzelnen Bilder benötigt werden, um die Animation zu erstellen. Dazu geht man am Besten so vor:

1. was ist im Hintergrund (feststehend)?
2. was bewegt sich auf diesem Hintergrund (animiert)?
3. was verdeckt die Animation teilweise (feststehend und/oder animiert)?
4. ... usw.

Beispiel:
Es soll eine Animation gemacht werden, die einen Raum mit Fenster darstellt. Das Fenster hat im unteren Drittel eine Scheibengardine. Durch das Fenster sieht man Schnee fallen und auf der Fensterbank steht eine Kerze, deren Flamme sich leicht bewegt.

Hier hätten wir folgende Bilder zu erstellen:

1. Landschaftsbild, das durch das Fenster zu sehen ist (Hintergrund)
2. Schneeflocken (werden über das Landschaftsbild animiert)
3. Bild des Raumes mit dem Fensterausschnitt und der Scheibengardine und der Kerze ohne Flamme (statisches Bild)
4. Bild der Kerzenflamme (wird als letztes Element animiert)

Jetzt haben wir die eigentlichen Elemente, die für die Animation gebraucht werden beisammen. Die eigentliche Bewegung (Schnee und Kerzenflamme) haben wir noch vollkommen ausser Acht gelassen. Es würde an dieser Stelle auch zu weit führen, die Bewegungsplanung zu besprechen. Dazu gibt es zu viele Möglichkeiten. Was man bei der Bewegung alles berücksichtigen muss, werde ich in den einzelnen Tutorien ausführlich darstellen.
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GAP GIMP-Animations-Programm III

Beitragvon Peter » Fr 31. Dez 2010, 13:43

GAP ... Animationsvorbereitung

Um eine Animation mit GAP erstellen zu können, musst du immer die gleichen Vorbereitungen treffen:

1. erstelle auf deiner Festplatte einen neuen Ordner mit einem eindeutigen Namen.
2. lege die Anzahl der Frames (Ebenen/Bilder der Animation) fest (siehe auch: "Animations-Planung")
3. erstelle alle Einzelbilder, die für die Animation benötigt werden (siehe auch: "Animations-Planung") und speichere sie in dem von dir erstellten Ordner
4. speichere das Bild, das auf allen Frames am weitesten im Hintergrund ist nach dem Schema: dateiname_0001.xcf ab

Der Dateiname des Hintergrundbildes muss unbedingt die Endung "_0001" bekommen.
Ich empfehle diese Datei immer (bei allen Animationen) "hintergrund_0001.xcf" zu nennen.


Als letzte Vorbereitung öffnest du jetzt deine hintergrund_0001.xcf und gehst im Menü auf: "Video -> Duplicate Frames...".

Bild

Es öffnet sich ein Fenster, in dem du bei "N times" die Anzahl der von dir benötigten Frames minus 1 eingibst (Beispiel: wenn du 60 Frames haben willst, must du 60 - 1 = 59 eingeben. Mit deiner hintergrund_0001.xcf hast du dann 60 Frames.). Klicke dann auf "OK".

GAP erstellt jetzt in deinem Ordner 59 zusätzliche Dateien. Wenn du dir den Inhalt deines Ordners jetzt anschaust must du neben den Einzelbildern insgesamt 60 Dateien haben, die der Reihe nach durchnummeriert sind (hintergrund_0001.xcf bis hintergrund_0060.xcf).

Jetzt sind die Vorbereitungen für die Animation abgeschlossen und du kannst an die Erstellung der einzelnen Bewegungsabläufe gehen.
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GAP GIMP-Animations-Programm IV

Beitragvon Peter » Fr 31. Dez 2010, 13:49

GAP Move Path...

Endlich ist es soweit, das mächtigste Hilfsmittel von GAP, der Bewegungs-Pfad-Assistent, kommt zum Einsatz.

Ich werde erst mal ganz einfache Animationen zeigen, die die grundlegenden Bewegungen enthalten. Danach werde ich das "Move Path-Fenster" etwas genauer Beschreiben und dann zeige ich, wie eine Bewegung geplant und mit "Move Path" verwirklicht wird.

BildBildBildBildBild

Die hier gezeigten kleinen Animationen zeigen jeweils separat die eigentlichen Animationsmöglichkeiten. Alle Animationsmöglichkeiten lassen sich miteinander kombinieren. Es fehlt lediglich noch die Bewegung entlang eines Pfades. Diesen Bereich beschreibe ich aber getrennt an Hand eines Tutorials.

Wenn du deine hintergrund_0001.xcf geöffnet hast, und im GAP-Hauptmenü auf "Move Path..." klickst, öffnet sich dieses Fenster:

Bild

Hier beschreibe ich kurz die wichtigsten Elemente:

[1] Quelldatei

Die Quelldatei ist das Element, das animiert werden soll. (z.B:: Text, Blatt, Schnee, etc.).
Damit in diesem Auswahlfeld überhaupt etwas erscheint, muss diese Datei vor dem anklicken von "Move Path..." in Gimp geöffnet sein. Man kann alle zu animierenden Dateien nebeneinander öffnen und dann die jeweils benötigte Datei in diesem Feld auswählen.
Ich persöhnlich tue mich leichter, wenn ich nur die jeweils benötigte Datei (neben der hintergrund_0001.xcf) offen habe.

[2] Abspielmodus

Hier kann man unterschiedliche Modi des animierten Bildes einstellen. Da wir diese Einstellung später in Gimp machen, wählen wir hier (vorerst) immer "none" aus.

[3] Anker

In diesem Feld wählst du den Ursprungspunkt auf dem zu animierenden Bild (Quelldatei) aus, auf den sich die Koordinateneingabe bei den Bewegungspunkten bezieht. Du kannst hier jede Ecke deines Bildes oder den Mittelpunkt einstellen.
Ich habe mir angewöhnt, hier immer "center" auszuwählen, da ich damit am besten zurecht komme.

Beispiel:
Wenn du "center" wählst, und deinen ersten Bewegungspunkt auf die Koordinaten x=100px und y=100px einstellst, dann ist genau die Mitte deiner Animationsdatei (Text, Blatt, Schnee, etc.) auf diesem Punkt.
Wählst du "top left", dann ist die obere, linke Ecke deiner Animationsdatei auf diesem Punkt.

[4] aktueller Bewegungspunkt

Hier gibst du das Erscheinungsbild deiner zu animierenden Datei an einem bestimmten Punkt an. Folgende Einstellungen kannst du variieren:

* Den Ort, wo deine Animationsdatei auf deinem Hintergrundbild erscheinen soll (siehe auch bei "[3] Anker"). Du kannst die x- und y-Werte frei wählen. Der Nullpunkt (x=0 und y=0) ist die linke obere Ecke deiner hintergrund_0001.xcf.
* Die Größe deiner Animationsdatei. Die Einstellung erfolgt in % von der Originalgröße (100 = Originalgröße, 30 = ein drittel der Originalgröße, 200 = doppelte Originalgröße).
* Die Transparenz der Animationsdatei. Hier wählst du die Deckkraft für die Animationsdatei aus, dabei ist 100 = volle Deckkraft (Voreinstellung) und 0 = volle Transparenz (nicht mehr sichtbar).
* Den Drehwinkel der Animationsdatei. Du kannst hier von -360° bis +360° einen beliebigen Winkel für die Drehung auswählen.
* Unter dem Reiter "Perspective" kannst du deine Animationsdatei auch "verzerren". Die Einstellungen entsprechen dem Perspective-Werkzeug von Gimp.

[5]Bewegungspunkte bearbeiten

In diesem Bereich hast du die Möglichkeit deine Bewegungspunkte auszuwählen und/oder zu bearbeiten. Die einzelnen Punkte sind eigentlich selbsterklärend, ich führe sie aber noch mal kurz auf:

* Add Point: Hängt einen neuen Bewegungspunkt an die vorhandenen an.
* Grab Path: Wandelt einen vorgegebenen Pfad in Bewegungspunkte um.
* Insert Point: Fügt einen neuen Bewegungspunkt (vor dem angezeigten) ein.
* Delete Point: Löscht den angezeigten Bewegungspunkt.
* Prev Point: Zeigt den vorhergehenden Bewegungspunkt an.
* Next Point: Zeigt den nachfolgenden Bewegungspunkt an.
* First Point: Zeigt den ersten Bewegungspunkt an.
* Last Point: Zeigt den letzten Bewegungspunkt an.
* Reset Point: Setzt den aktuellen Bewegungspunkt auf die Vorgabewerte zurück.
* Reset All Points: Setzt alle Bewegungspunkte auf die Vorgabewerte zurück.
* Rotate Follow: dreht die Animationsdatei analog zur Bewegungspfad-Richtung.
* Delete All Points: Löscht alle Bewegungspunkte.
* Öffnen: Lädt eine Bewegungspfad-Datei.
* Speichern: Speichert den aktuellen Bewegungspfad.

[6] Vorschau

Hier wird die Vorschau angezeigt. Ich empfehle alle Optionen zu aktivieren (häkchen setzen).

* Path: der Bewegungspfad wird mit den Bewgungspunkten angezeigt. Die Farbe mit der der Pfad angezeigt wird kann links neben der Option eingestellt werden.
* Cursor: Es wird ein Fadenkreuz eingeblendet. Durch anklicken und ziehen mit der Maus, kann der aktuelle Bewegungspunkt verschoben werden.
* Instant Apply: Diese Option sollte immer gesetzt werden. Sie aktiviert die unmittelbare Vorschau.
* Frame: Hier kann man einstellen, welche Ebene/Frame angezeigt wird. Bei komlizierten Animationen ist dies ein wichtiges Hilfsmittel.

[7] Ebenen

Der komplette Bewegungspfad wird auf die hier eingestellten Ebenen/Frames angewendet.

* From Frame: Anfangsebene. Der erste Bewegungspunkt wird hier dargestellt.
* To Frame: Endebene. Der letzte Bewegungspunkt wird hier dargestellt.
* Layerstack: Hier kann man einzelne, oder Gruppen von Ebenen eintragen, auf die der Bewegungspfad angewendet wird.


Alle Bewegungspunkte werden gleichmäßig auf die hier eingestellten Ebenen/Frames verteilt. Dabei ist der räumliche Abstand der Bewegungspunkte vollkommen unerheblich, lediglich die Anzahl spielt eine Rolle.

Beispiel:
Wenn du 60 Ebenen/Frames hast und deine Animation aus 4 Bewegungspunkten besteht, dann ist die Aufteilung so:
Ebene 1: zeigt das, was du im ersten Bewegungspunkt eingestellt hast.
Ebene 2 - 19: zeigt den Übergang vom ersten zum zweiten Bewegungspunkt.
Ebene 20: zeigt das, was du im zweiten Bewegungspunkt eingestellt hast.
Ebene 21 - 39: zeigt den Übergang vom zweiten zum dritten Bewegungspunkt.
Ebene 40: zeigt das, was du im dritten Bewegungspunkt eingestellt hast.
Ebene 41 - 59: zeigt den Übergang vom dritten zum vierten Bewegungspunkt.
Ebene 60: zeigt das, was du im vierten Bewegungspunkt eingestellt hast.


[8] Animationsvorschau

Dieser Button sollte grundsätzlich vor dem Klicken auf "ok" benutzt werden. Hier kann überprüft werden, ob die Animation wirklich so abläuft, wie man es geplant hat.

Es empfiehlt sich die Größe der Vorschau auf 100% einzustellen und die Zeit je Frame auf den Wert zu setzen, den man in der entgültigen Fassung auch verwenden will.

Nachdem man die Vorschau gesehen hat, sollten die zusätzlich geöffeten Dateien wieder geschlossen werden, ohne sie abzuspeichern.

Nachdem man alles eingegeben und überprüft hat, wird der Bewegungspfad durch einen Klick auf "OK" auf die ausgewählten Ebenen angewendet. Dieser Schritt ist nicht wieder rückgängig zu machen. Wenn also ein Fehler vorhanden ist, dann muss der komplette Bewegungspfad (evtl. auch alle vorhergehenden) neu eingegeben werden.
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